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Die aktuelle Lage im Fall Wallenberg
Die Lüge herrscht weiter


Nach jahrelanger Stagnation, als die Darstellung des Schicksals von Raoul Wallenberg auch unter Generalsekretär Gorbatschow nicht angetastet wurde, begann im Juni 1989 eine groß angelegte, pressewirksame Kampagne, die auf den Besuch der Familie, von Per Anger und Sonja Sonnenfeld in Moskau zielte.

Gesichter aus Stein -
die Familie im »Gespräch« mit dem KGB (Moskau 1989).

Im Umfeld des Besuchs der Familie im Oktober 1989 waren offizielle Moskauer Stellen bereit, die Leistungen Wallenbergs lobend zu erwähnen und seinen Tod in sowjetischer Gefangenschaft zu bedauern. Den Abschluß der Inszenierung bildete die Übergabe persönlicher Dinge Raoul Wallenbergs in Moskau.

Es handelte sich um seinen Diplomatenpaß, Geld in verschiedenen Währungen, sein Notizbuch und ein Zigarettenetui. Der Geheimdienst habe die Gegenstände drei Wochen zuvor zufällig beim Aufräumen in einer Kammer gefunden. Es ist in der strengen Ordnung des KGBs aber nicht üblich, Personaldokumente, Devisen und Wertsachen an einem Ort aufzubewahren. Die Sachen werden bei einer Inhaftierung getrennt und der Empfang quittiert, die Aufbewahrung erfolgt dann an verschiedenen Stellen. Nach dem KGB-eigenen Verfahrensregeln ist ein solcher Fund an einer Stelle nicht möglich. Moskaus Lügen sind oftmals sehr einfach konstruiert.

Ziel der geplanten und durchdachten Aktion sollte es sein, den Angehörigen einige Dinge mit dem Hinweis zu geben, dies sei alles was man habe und wisse, und nun hätte man ja den Fall Wallenberg abgeschlossen. Dies wurde und wird nicht akzeptiert.

Russland war im Grunde keine europäische Macht ...
Europas Raum war nicht sein Raum.
Europas Kultur nicht seine Kultur.
(Golo Mann, aus: "Friedrich Gentz")

Die Wallenberg-Akte

Die Akte über Raoul Wallenberg ist vollständig und wohlgeordnet beim KGB mag der Name jetzt auch FSB sein, die Mitarbeiter des KGBs wurden vollständig übernommen, das seine Akten immer äußerst akkurat und nach dem Vier-Augen-Prinzip führt. Gerade das FSB/KGB behauptet aber nun in immer neuen Varianten, daß es die Akte nicht gebe, dann wird gesagt, sie sei vernichtet oder aber verschwunden.

Sofern behauptet wird, sie sei vernichtet, haben wir wiederum eine schlechte Lüge vor uns. Über die Vernichtung einer jeden Akte wird ein Akt angelegt, der genau aufzeigt, was vernichtet wurde. Das KGB behauptete aber, nichts sei vorhanden und begibt sich damit in Widerspruch zu den eigenen Verfahrensweisen. Keine Akten über einen Ausländer wurden vom Geheimdienst jemals vernichtet, sie erhalten den Stempel "Zur unbefristeten Aufbewahrung" und werden sorgfältig archiviert.

Natürlich existiert die Akte Wallenbergs beim KGB, woher hätte man sonst seine persönlichen Gegenstände her, die man der Familie im Oktober 1989 überreichte? Ein übergelaufener KGB-Spion hat die Information mitgebracht, er habe in der Lubjanka gut 1,20 Meter Wallenberg-Akten gesehen. Die Akten würden einen Umstand belegen: Raoul Wallenberg hat nach dem Jahr 1947 gelebt, er ist weder einem Herzversagen erlegen noch in anderer Weise gestorben.

Andrej Sacharow trifft Bruder und Schwester (rechte Bildseite)
und Mitglieder des schwedischen Wallenberg-Komitees.

Informanten aus der Sowjetunion bzw. aus Rußland haben Erkenntnisse über die Gefangenschaft Raoul Wallenbergs, seine Haftbedingungen und seinen Gesundheitszustand übermittelt, ihre Aussagen reichen bis in die neunziger Jahre.

Keine Lüge währt ewig, aber sie darf nicht länger andauern als das Leben des Retters der letzten Juden Europas.